Mangelndes Geschichtsbewusstsein

Stellungnahme der Bünder Ratsfraktion B90/DIE GRÜNEN zur UWG und der Ablehnung einer Informationsveranstaltung über Lettow-Vorbeck.

Die UWG lehnt eine von den Bünder GRÜNEN beantragte Informationsveranstaltung über Lettow-
Vorbeck mit dem Hinweis auf vergleichbare Verfehlungen Karls des Großen ab. Wie absurd! Eine
zeitgeschichtliche Person wie Lettow-Vorbeck mit einer frühmittelalterlichen Entität wie Karl dem
Großen auf eine Stufe zu stellen zeigt, dass sich die UWG keinerlei Gedanken darüber gemacht hat,
worum es bei dieser Thematik geht.

Sicher, am Ende dieser Diskussion wird keine Straßenlaterne aufgebaut, kein Fußballplatz saniert und
auch keine Gebührenordnung beschlossen. Doch anders als manche meinen, ist die historische
Urteilsbildung über die Person Lettow-Vorbeck und der aktuelle Umgang mit ihm keineswegs
unwichtig.

Denn wenn wir uns zu einer Umbenennung entschließen, zeigen wir den Björn Höckes dort draußen,
dass wir Bünder die historische Verantwortung ernst nehmen, die gerade uns Deutschen durch den
Holocaust auferlegt wurde. Nie wieder Faschismus! Nie wieder Krieg!

Eine Person, die aufgrund eines rassistischen Überlegenheitsgefühls Raub und Terror nach Afrika
brachte und sich als Wegbereiter des Nationalsozialismus hervortat, verdient es deshalb eben nicht
Namensgeber einer Straße unserer Gemeinde zu sein. Ein trotziges „Was soll das alles?“, erscheint
uns vor dem skizzierten Hintergrund daher keine angemessene Reaktion auf den Weckruf des Frank-
furter Historikers zu sein.

Aus diesem Grund werben wir weiterhin vehement für die von uns beantragte Informationsver-
anstaltung, um den Bünder Bürgerinnen und Bürgern, die Gelegenheit zu geben, sich selbst ein Urteil
zu bilden.

Arndt Settnik für die Bünder Ratsfraktion B90/DIE GRÜNEN

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